Bildung muss gestärkt statt geschwächt werden

Sparkurs im Bildungssektor heißt sparen an falscher Stelle

Am hessischen Bildungshaushalt wird der Rotstift angesetzt:

  • Wir sparen damit an falscher Stelle, treffen die jüngsten unserer Gesellschaft, die Kinder
  • In zeiten von Fachkräftemangel braucht es Stärkung des Bildungssystems
  • Es braucht guten und verlässlichen Unterricht, es braucht mehr Lehrkräfte statt Kürzungen

Herborn – Das Land Hessen hat beschlossen, am Bildungshaushalt soll der Rotstift angesetzt werden und dies, obwohl viele Betriebe schon jetzt oft Kritik am Wissensniveau von Schulabgängern äußern. Der Sparkurs bedeutet auch für uns als Industriegewerkschaft ein Sparen am falschen Ende. Es trifft die jüngsten unserer Gesellschaft, die Kinder. Und, es führt auch nicht zu einer Entlastung der Lehrkräfte und dient auch nicht der strukturierten Schulbildung unserer Kinder, die wir als künftige Fachkräfte dringend benötigen.

„Was die hessische Landesregierung da in Wiesbaden beschlossen hat, ist ein Beschluss auf dem Rücken unserer Kinder, zu Lasten der dringend benötigten Fachkräfte für die Industrie, das Handwerk und weiteren Branchen!“, so Oliver Scheld (1.Bevollmächtigte der IG Metall Herborn-Betzdorf. „Wir sparen an der Bildung der Jüngsten und Schwächsten unserer Gesellschaft und belasten auch die Lehrkräfte, die jeden Tag versuchen einen fachlich und menschlich guten Unterricht zu geben.“, so Scheld weiter.

Allein im Lahn-Dill-Kreis sind hiervon bisher sechs Schulen betroffen. Diese Schulen leisten einen wichtigen Beitrag für die Bildung der Schülerinnen und Schüler. Durch die Kürzungen sind die Unterrichtung nach Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler nicht mehr angedacht und möglich. Förderung und Fordern wird sich weiter verschlechtern. Gerade an den betroffenen Schulen war das bisherige Konzept aber bewährt und hat für eine gute Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Berufswelt hohen Stellenwert. Durch den Wegfall des „binnendifferenzierten Unterrichts“ werden auch zugewiesene Unterrichtsstunden reduziert und damit Lehrkräfte „gekürzt“.

„Die gute Vorbereitung der jungen Menschen, angelehnt an ihre persönlichen Fähigkeiten und ihr mögliches Leistungsniveau, war wichtig für ihr weiteres Berufsleben und wird es auch weiterhin bleiben. Die Jugendlichen waren so gut vorbereitet.“, so Harun Durukan (Gewerkschaftssekretär der IG Metall Herborn-Betzdorf). „Der Wegfall des Unterrichtsmodels führt auch zum Entfall von zugewiesenen Unterrichtsstunden, und damit auch zur Kürzung bei Lehrkräften.“, so Durukan weiter.

Die beschlossenen Kürzungen haben auch Auswirkung auf weitere Schulen im Lahn-Dill-Kreis. Es wird gespart bei Investitionen, bei Technik und Ausstattung. Die Unterrichtsbedingungen werden damit nicht positiv beeinflusst, sondern eher auf gleichem Niveau gehalten oder verschlechtert. Auch bei der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte wird gespart. Aus unserer Sicht ein falscher Ansatz. Braucht es doch verbesserte und zukunftsgewandte Lernorte, Lernbedingungen und auch gute Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte.

„Diese Entscheidung in Wiesbaden, die von den Schulämtern und dem Kreis mitgetragen werden, sind ein Unding. Wir brauchen eine gute Schulausbildung unserer Kinder, angepasst auf deren unterschiedliche Leistungsniveaus. Wir brauchen gute Lernbedingungen. Wir brauchen gute Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte - nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Weiterhin sind soziale Freiräume und Zeiten für Weiterbildung unabdingbar. Gerade in Zeiten, wo wir Fachkräfte in allen Berufen und Studiengängen für unsere Region suchen und benötigen, sind die Kürzungen der falsche Ansatz“, so Oliver Scheld. „Sie schwächen nicht nur die Chancen und Möglichkeiten der Kinder individuell, sondern unterstützen auch nicht die Stärkung der Fachkräftegewinnung und Ausbildung für unsere Betriebe und Einrichtungen. Wirtschaftspolitisch ein Standortnachteil für unsere Region. Von einer Arbeitsverdichtung bei Lehrkräften mal ganz abgesehen.“, so Scheld weiter.

 

Kontakt:

Oliver Scheld, 1.Bevollmächtigter

IG Metall Herborn-Betzdorf

Walther-Rathenau-Straße 55, 35745 Herborn

oliver.scheld@igmetall.de

Mobil: 0151-68847026

           


Von: lb

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