Herborn-Betzdorf 30.06.2025

PRESSEMITTEILUNG DER IG METALL HERBORN-BETZDORF

01.07.2025 | IG Metall Herborn-Betzdorf steht für starke Betriebs- und Gesellschaftspolitische Arbeit. Im ersten Halbjahr weitere Stärkung der betrieblichen und regionalen Handlungsfähigkeit erreicht!

• Betriebliche Zukunftstarifverträge sichern Beschäftigung und Standorte
• Sozial- und gesellschaftspolitische Arbeit Bestandteil der Arbeit vor Ort
• Stärkung der betrieblichen und regionalen Handlungsfähigkeit erzielt

Unsere Arbeitswelt und unsere Gesellschaft stehen vor großen Herausforderungen. Für die Gestaltung dieser Herausforderungen sind Gewerkschaften und Sozialverbände wichtiger Bestandteil des Miteinanders, im Betrieb, in der Region aber auch in der Gesellschaft. Im ersten Halbjahr konnten wichtige Meilensteine erreicht werden, die Durchsetzungsfähigkeit in den Betrieben ausgebaut werden. Die IG Metall Herborn-Betzdorf mit ihrem Organisations- bzw. Zuständigkeitsbereich im Landkreis Altenkirchen (WW), im Westerwaldkreis, dem nördlichen Lahn-Dill-Kreis und Teilen des Landkreis Marburg-Biedenkopf, bleibt weiter größte Einzelgewerkschaft in der Region und betreut aus den Büros Herborn und Betzdorf heraus rund 12.800 Mitglieder und rund 135 Betriebe mit betrieblichen Arbeitnehmervertretungen.
 

„Im ersten Halbjahr 2025 ist es uns durch unsere betriebliche und regionale Arbeit, direkte Ansprachen und Aktivitäten gelungen rund 250 neue Mitglieder für unsere IG Metall vor Ort zu gewinnen. Damit steigern wir die Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit der Belegschaften in den Betrieben aber auch regional. Ein Anstieg im dritten Jahr in Folge.“ so Oliver Scheld (1. Bevollmächtigter der IG Metall Herborn-Betzdorf).

Durch den Wandel der Industrie, dem Handwerk und der Dienstleistung in unserem Zuständigkeitsbereich sind unsere Belegschaften direkter betroffen als in anderen Regionen. Unsere Region ist stark geprägt durch Zulieferbetriebe für Automobil, Nutzfahrzeuge, Luftfahrt und Medizin. Unsere Dichte an kleineren und mittelständischen Betrieben macht die Gestaltung des Wandels anspruchsvoller. Der Kosten- und Einsparungsdruck der großen Hersteller trifft unsere Zulieferbetriebe sehr hart.

„Unsere Betriebe sind stark betroffen von der Transformation. Unsere Belegschaften ebenfalls. Die Antwort auf den Wandel muss Gestaltung lauten, nicht Kopf in den Sand, Schließung oder Verlagerung!“ so Yüksel Öztürk (Ehrenamtlicher Bevollmächtigter der IG Metall Herborn-Betzdorf und Vorsitzender des Betriebsrates bei Faurecia in Scheuerfeld). Oliver Scheld ergänzt: „Wir haben gut qualifizierte und langjährige Beschäftigte in den Betrieben, die den Wandel gestalten möchten, die beteiligt werden möchten an der Ausrichtung der Betriebe für eine Zukunft und somit sichere Beschäftigung.“

Die Sozialpartnerschaft wird in der Presse und von „rechten Parteien“ oftmals in Frage gestellt. Nicht mehr zeitgemäß. Dies ist in der heimischen Region, zwischen Geschäftsleitungen und Arbeitnehmervertretungen aber auch zwischen Arbeitgebern/Arbeitgeberverbänden und IG Metall, glücklicherweise anders. In aller Regel ist man sich doch klar, ein Betrieb ohne Beschäftigte ist genau so unmöglich wie Beschäftigung ohne Betriebe. Trotz unterschiedlicher Interessenlagen, die Arbeitgeber und Gewerkschaften bzw. Arbeitnehmervertretungen haben können, so muss klar sein: Nur mit den Menschen kann man für seinen Betrieb, für die Beschäftigten und somit für die Region seiner Verantwortung gerecht werden.

„Jedes betriebliche Thema hat derzeit direkt und indirekt Auswirkung auf die Beschäftigten. Sei es bei Arbeitszeitthemen, bei Themen der Entgeltgestaltung, bei der Qualifizierung oder aber bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Arbeitgeber, die diese Themen ohne die Beschäftigten und ohne ihre Interessenvertretungen angehen, werden eine Bruchlandung erfahren.“

Im kommenden Frühjahr sind Betriebsratswahlen. In unserer Region werden in rund 130 Betrieben neue Betriebsratsgremien zu wählen sein. Das Recht seine betriebliche Interessenvertretung direkt wählen zu können, ist ein hohes demokratischen Gut, für das andere Länder uns beneiden. Interessenvertretung als Betriebsratsmitglied ist ein Ehrenamt, was in der bezahlten Arbeitszeit erfolgt. Die Rechte und Pflichten der Betriebsräte leiten sich aus dem Betriebsverfassungsrecht ab. Die Wahlen werden in der dazugehörigen Wahlordnung geregelt und sind verbindlich für die Wahlen.

„Eine demokratische Wahl, die eine ganz direkte Wahl seiner Interessenvertretung möglich macht. Betriebsräte gestalten die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten im Betrieb. Direkteren Einfluss auf seine Interessenvertreter gibt es nicht.“

Zur Vorbereitung der Wahlen gibt es im dritten und vierten Quartal Schulungen für die betrieblich bestellten Wahlvorstände. Die Schulungen führen Fachanwälte für Arbeitsrecht durch. Neben den betrieblichen und tariflichen Themen beschäftigten wir uns als Gewerkschaft auch mit den sozialpolitischen Themen in unserem Land. Die Delegiertenversammlung, höchstes Beschlussorgan der IG Metall vor Ort, hat eine sozialpolitische Offensive beschlossen. Die 120 Mitglieder der Delegiertenversammlung bekennen sich klar zum Sozialstaat und fordern eine sichere und verbesserte Sozialpolitik für die Bürgerinnen und Bürger.

„Krankenversicherung und Gesundheitsvorsorge, Rente und Erwerbsminderungsrente, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall dürfen nicht in Frage gestellt oder gekürzt werden. Beschäftigte die Krank werden müssen abgesichert sein, ob durch Entgeltfortzahlung oder durch eine Erwerbsminderungsrente. Beschäftigte die in den Ruhestand wechseln, müssen eine Rente haben, die zum Leben reicht und nicht zu Altersarmut führt oder eine Nebenbeschäftigung zwingend erforderlich macht!“ so Oliver Scheld.

Wir sind ein starkes Land, wir sind ein reiches Land. Der Wohlstand ist allerdings immer noch ungleich verteilt. Die Politik muss neue Wege finden, das heutige Sozialsystem abzusichern und dann deutlich zu verbessern. Sparen und Leistungskürzung sind keine Lösungen für die Menschen. Ausbau der Sozialsysteme und verbesserte Ansprüche und Leistungen sind möglich.

„Unternehmer und wohlhabende Bürger mit hohen Einkommen sollten stärker eingebungen und gefordert werden, einen gerechteren Beitrag zur Stärkung und Sicherung unserer Gesellschaft zu erbringen. Der Ausbau der Sozialsystem, unserer Renten, unserer Gesundheitsvorsorge und vieles mehr, sind möglich. Ein System in das alle einzahlen. Mit geringen und hohen Einkommen, mit Zahlung von Steuern und Abgaben auf ihr Vermögen. Solidarisches Handeln für sichere und gestärkte Sozialsysteme stärken und sichern die Bürgerinnen und Bürgern. Sie sichern aber auch unsere Demokratie. Die Politik muss spürbarer werden, zu Sicherheit und Verbesserung beitragen.“ so Yüksel Öztürk.

Das zweite Halbjahr und ganzheitliche Herausforderungen stehen bevor. Gesellschaftlich, betriebspolitisch, tarifpolitisch sind wir alle samt gefordert. Miteinander statt gegeneinander müssen wir unser Land, unsere Arbeit und unsere Gesellschaft gestalten. Verständnis, Vielfalt, Demokratie und soziale Sicherheit müssen uns dabei leiten. Spaltung und Fremdenfeindlichkeit ist entschieden entgegenzutreten. Unsere IG Metall vertritt die Interessen der abhängig beschäftigten Kolleginnen und Kollegen, unseren Mitgliedern. Ob im Betrieb, bei individuellen Fragestellung (Gesundheit, Arbeit, Arbeits- und Sozialrecht) oder aber gesellschaftspolitisch. In Betrieben mit Mitgliedern stehen wir vor Ort bereit und gestalten gemeinsam mit den betrieblichen Akteuren die Arbeits- und Lebensbedingungen. Aber auch außerhalb der Betriebe, in unseren Personengruppenausschüssen, dem Ortsvorstand und unseren Delegiertenversammlungen bringen wir unsere Mitglieder zusammen, um mit ihnen direkt über die betrieblichen, die persönlichen und regionalen Themen und Betroffenheiten zu reden. Breiter Dialog führt zu Mehrheits- und Aktionsbildung.

„Gemeinsam Zukunft gestalten, gemeinsam für die Interessen eintreten, ob im Betrieb oder in der Gesellschaft, dafür stehen wir als IG Metall in unserer Region. Wir sind Handlungs- und Durchsetzungsfähig und werden weiter daran arbeiten, dass die Belegschaften mit einer starken IG Metall noch besser ihre Arbeit gestalten können.“ so Oliver Scheld abschließend.

Von: lb

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