17.12.2025 | Es ist ein nachdenkliches Weihnachtsfest und ein ebenso nachdenklicher Jahreswechsel. Manche sind froh, das Jahr 2025 hinter sich zu lassen, andere blicken mit Sorge auf 2026 – sei es aus gesundheitlichen oder persönlichen, sei es aus gesellschaftlichen oder politischen Gründen.
Unsere Region, die Betriebe, unsere Arbeit und unsere gesamte Gesellschaft befinden sich mitten in einem tiefgreifenden Umbruch. Die Transformation der Industrie hat Auswirkung auf uns Menschen, sie verändert Arbeitsabläufe und auch Handwerk und Dienstleistungen. Diese Veränderungen erfordern Anpassung und Zukunftsorientierung, ihre Ausgestaltung ist auch eine Frage der Einstellung und Haltung – und damit auch der sozialen Verantwortung von Arbeitgebern. Entscheidend ist, den Wandel gemeinsam mit den Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen zu gestalten, ihre Fähigkeiten zu nutzen und Perspektiven zu schaffen. Ständiger Stellenabbau und Verlagerungen sind dabei die falschen Antworten. Beteiligung, Mitbestimmung und Qualifizierung sind der richtige Weg, damit alle eine sichere Zukunft haben können.
Neben den betrieblichen Herausforderungen stehen wir vor großen gesellschaftlichen Aufgaben: Angriffe auf den Sozialstaat, auf Demokratie und Zusammenhalt, Unsicherheit bei Rente, Gesundheit und Pflege. Politik muss hier mutige, transparente Entscheidungen im Interesse aller treffen und die Menschen beteiligen. Unser Land ist stark und reich. Doch wir brauchen jetzt Reformen und eine gerechtere Verteilung von Vermögen, wir brauchen weiterhin soziale Sicherheit. Es braucht den Mut, größere Einkommen, und Gewinne stärker an der Finanzierung unseres Gemeinwesens zu beteiligen. Ein weiterer Baustein ist es, alle Bürgerinnen und Bürger in unser solidarisches Renten- und Gesundheitssystem einzubinden.
Trotz aller Unsicherheiten sollten wir gemeinsam nach vorne blicken. Mit Mut, Solidarität und Zusammenhalt können wir die Zukunft gestalten. Als Gewerkschaft wissen wir um die Kraft des Miteinanders: Gemeinsam sind wir stark.
Lasst uns 2026 zu einem Jahr des Zusammenhalts, der Gerechtigkeit und der sozialen Sicherheit machen – und denen entgegentreten, die spalten wollen. Als Gewerkschafter weiß ich, gemeinsam können wir positives Bewegen und gemeinsam im Sinne aller gestalten. Lasst und gemeinsam unsere Zukunft anpacken.
Ich wünsche Ihnen und euch ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, Zeit zur Erholung und für das Jahr 2026 Gesundheit, Zuversicht und Zusammenhalt.
Oliver Scheld - 1.Bevollmächtigter, IG Metall Herborn-Betzdorf